Der Hof zur Seewiese

Heute

Wir bewirtschaften unseren Bio-Betrieb nach den strengen Richtlinien der Bio-Suisse-Knospe. Hauptbetriebszweig ist die Schafhaltung. Wir halten ca. 200 Mutterschafe verschiedener Rassen. Daneben bewohnen eine Wollschweinfamilie, einige Hühner, zwei Kaninchen, zwei Katzen und ein Border-Collie den Hof zur Seewiese. 
Beachtliche 48 ha Grünland stehen unserem Betrieb als Futtergrundlage zur Verfügung. Auf 33 ha wird mindestens einmal jährlich gemäht. Ein Gros der Nutzfläche sind Steillagen. 
Auch die Privatalp Drusatscha gehört zum Betrieb. Dort verbringen unsere Schafe den Sommer und weiden genüsslich auf 1600 bis 2400 Metern über Meer, der Alpstall liegt auf 1760 Metern. 

2018 - Umstellung auf Mutterschafe

Seit Sommer 2018 sind wir aus der Milchproduktion ausgestiegen und konzentrieren uns auf die naturnahe Produktion von hochwertigen Lammfleischprodukten. Die Lämmer werden muttergebunden aufgezogen und über den Sommer auf den extensiven Alp- und Bergweiden langsam ausgemästet. Dies gewährleistet eine besonders zarte Fleischqualität und einen feinen Geschmack. 

2010 - Professionalisierung

2010 wurde der Stall angebaut. Damals kamen ebenfalls ein Milchraum und ein Melkkarussell mit 24 Melkplätzen hinzu. Stündlich melkten wir zu zweit fast 180 Tiere. Rund 50'000 Kilogramm Milch kamen so jährlich zusammen. Die 2015 neu gebaute Biokäserei Prättigau in Jenaz GR war der Hauptverarbeiter. 2016 veredelte sie 150'000 Kilogramm Milch zu Weissschimmel- und Halbhartkäse. Die beiden Käsespezialitäten bereichern unter der Pro-Montagna-Linie die landesweiten Coop-Regale, und sind natürlich auch in unserem Schäferwagen-Hofladen zu finden.  Alle Lämmer wurden von uns selber aufgezogen oder ausgemästet, je nachdem wie viele Tiere für die Remontierung genutzt werden. Etwa 80 Lacaunes sind für die Nachzucht eingeplant. Selektioniert wurde jeweils im Herbst; die Ablamm-Saison fiel grossteils auf den Oktober und dann noch auf den Februar.  

1994 - Einstieg in die Milchschafhaltung

Der Anstoss in Richtung Milchschafhaltung kam letztlich vonseiten der Molkerei Davos, die mittels Aufruf nach grösseren Schafmilchproduzenten suchte. Über eine nach Österreich ausgewanderte Cousine, die bereits erste Gehversuche mit mehreren Milchschafen unternommen hatte, gelangten auch gewisse Melk-Erfahrungen nach Davos. Das Wagnis Milchschafbetrieb startete schliesslich mit zwölf Tieren, welche wir auf Märkten erworben hatten, und viel Improvisation. Ein umfunktionierter Anhänger musste etwa als Melkstand herhalten. Es war fast unmöglich, Erfahrungen einzuholen. Die Milchschafhaltung war damals wirtschaftlich praktisch unbedeutend. Als wir mit Milchschafen anfingen, war der durchschnittliche Schweizer Milchschafzüchter – salopp gesagt – ein pensionierter Lehrer. Dennoch entschieden wir uns, auf noch mehr Schafe zu setzen.  Weil Martin und Doris aber keine Bundessubventionen erhielten, galt beim Stallbau die Devise: einfache vier Wände und ein Dach. Schliesslich bauten wir keinen Milchschafstall, sondern ein landwirtschaftliches Ökonomiegebäude.

1992 - Betriebsübernahme

Im Jahr 1992 bot sich Martin und Doris Büchi die Möglichkeit, von einem Bekannten einen Kleinbetrieb zu übernehmen: acht Kühe, acht Hektaren Land und ein Anteil an einer Privatalp. 
Weil damals grosse Investitionen anstanden, mussten sich die beiden überlegen, wohin ihre betriebliche Reise hingehen soll. Das Ziel war es, diesen Betrieb im Haupterwerb zu führen.